Liebe Leserinnen und Leser,


manchmal ist es im alltäglichen Leben gar nicht so einfach, vom Althergebrachten wegzukommen und sich für etwas Neues zu öffnen. Auch bei Computern ist das nicht wirklich anders. Wir hängen an alten Konzepten fest und verschließen dabei die Augen für neue Chancen und gute Benutzeroberflächen.

Ein gutes Beispiel ist Windows. Microsoft hat mit diesem Betriebssystem über viele Jahre einen Industriestandard gesetzt. Doch zu Recht? Immer wieder gab es Alternativen: IBM mit seinem grandiosen OS/2 hatte zweifellos eine zu bieten. Leider war IBM immer eine Firma, die sich vor allem um seine Firmenkunden bemüht hat und den Privatnutzer schlichtweg ignoriert hat. PC/Geos - nach meinen Geschmack bis heute mit seinem dezenten grauen MOTIF User Interface und langen Dateinamen eine der besten Benutzeroberflächen auf einem PC - konnte sich nicht durchsetzen. Der Distributor hat einfach ignoriert, dass die Leute Anwendungen kaufen, und keine Betriebssysteme. Wer seinen Entwicklern den Compiler und Bibliotheken teuer verkauft, hat ein Problem - und ausgerechnet in diesem speziellen Fall war das jammerschade!

Für Microsoft hingegen ging die Erfolgskurve in der Vergangenheit immer steil bergauf. VISTA hat hat zwar bei kommerziellen Nutzern wenig Gegenliebe gefunden und viele Firmen arbeiten weiter mit Windows XP. Microsoft hat daraus die Konsequenzen gezogen und Windows 7 deutlich abgespeckt. Ob diese Bemühungen seitens Microsoft den aktuellen Trend, auch bei kommerziellen Anwendungen auf LINUX zu setzen, aufhalten kann, wird die Zukunft zeigen. Viele Firmen haben - und zwar dort wo es auf Performance und Stabilität ankommt - auf LINUX umgeschwenkt. CAD Programme und komplexe Berechnungen im Maschinenbau und der Luftfahrttechnik laufen heute jedenfalls häufig unter LINUX - und das fast immer zur Zufriedenheit der Anwender.

Und Mac OS auf Apple Computern? Apple war immer eine Firma für Leute, die Wert auf hochwertige Produkte legen - und dafür auch bereit waren und sind, etwas tiefer in die Tasche greifen. Generationen von Grafikern und Designern kannten aus gutem Grund nichts anderes als Apple Computer - einfach weil Windows lange Zeit nichts vergleichbares entgegenzusetzen hatte und die professionellen Workstations von SGI oder SUN noch um ein vielfaches teurer waren. Das alles ist Geschichte: Mittlerweile sind sind die Computer und Notebooks von Apple preiswerter geworden. SGI hat wiederholt Gläubigerschutz beantragen müssen und SUN - das über Jahrzehnte Computergeschichte mit geschrieben hat - gehört jetzt zum Softwarehersteller ORACLE. Nicht zuletzt ist die Popularität der Marke Apple durch ausgezeichnete Produkte wie iTunes, iPod und iPhone stark gestiegen. Wohl jeder Mitteleuropäer weiß heutzutage, das Logo mit angebissenen Apfel dem Computerhersteller Apple zuzuordnen.

München, im Sommer 2010
Birk Karsten Ecke


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