Software: Die Grundausstattung des ladenneuen ACER ASPIRE ONE 110L

Wer beruflich und privat viel unterwegs ist, benötigt heutzutage ein kompaktes und leichtes Netbook: Immer wieder sind Mails zu lesen und zu beantworten, Fotos anzusehen und zu verteilen und nicht zuletzt Berichte zu verfassen und Kalkulationen durchzuführen. Kurz nach Neujahr 2009 hatte der Gastronomiegroßhändler meines Vertrauens in Teutschenthal bei Halle an der Saale in seiner von mir hoch geschätzten und stets besuchten Computervitrine ein Angebot, auf das ich schon lange gewartet hatte – das Netbook Acer Aspire One 110L.

Das Acer Apire One 110L ist mit einem Intel Atom Prozessor N270, 512 MByte Arbeitsspeicher, 8 GByte Solid State Disk, 8.9 Zoll Display und LINPUS LINUX Betriebssystem ausgestattet. Die 8 GByte Solid State Disk, also eine Festplatte ohne drehende Teile und daher entsprechend robust, ist für eine normale LINUX Distribution und die wichtigsten Benutzerdateien vollkommen ausreichend. Da der Preis unschlagbar war, habe ich das Acer Aspire One mit weissem Gehäuse sofort gekauft. Der kurz vorher erworbene web‘n‘walk Stick der Telekom machte die Kaufentscheidung durch die Möglichkeit, an jedem beliebigen Ort und zu jeder beliebigen Zeit mit einem Netbook im Internet zu surfen, besonders leicht.

Bei meinen Eltern im Südharz angekommen, wurde das Netbook ausgepackt und mit dem Stromnetz verbunden. Nach dem ersten Einschalten des Acer Aspire One begann die automatischen Installation des Betriebssystems und der Anwendungssoftware. Nach der Beantwortung weniger Fragen war die Grundinstallation schnell erledigt – und das Acer Aspire One bootete daraufhin sehr schnell. Jeder, der das Acer Aspire One gezeigt bekam, war erstaunt über die schnelle Startzeit des Betriebssystems, der aufgeräumten Benutzeroberfläche und das gestochen scharfe und exzellent ablesbare Display. Außerdem wurde von allen das schnelle Starten der standardmäßig installierten Programme gelobt.

Bild: Sehr nett gemacht ist der Desktop von LINPUS LINUX auf dem Acer Aspire One 110L.

Bild: Sehr nett gemacht ist der Desktop von LINPUS LINUX auf dem Acer Aspire One 110L.

Doch wo Licht ist, findet sich auch Schatten. Leider stand mir zum Zeitpunkt der Erstinstallation des Acer Aspire One kein Internetzugang zur Verfügung – mit gewissen Folgen:

  • Erstens war es mir nicht möglich, den web‘n‘walk Stick zu einer Verbindung mit dem Internet zu bewegen. Dieses Problem ließ sich erst beheben, nachdem das Netbook an einem Internetanschluss stundenlang diverse Updates herunterladen konnte. Dann allerdings bereitete der web‘n‘walk Stick keinerlei Probleme mehr. Er arbeitete nach dem Systemupdate – wie man das auf Neudeutsch ausdrücken würde, OUT OF THE BOX, also ohne die Installation zusätzlicher Programme.
  • Zweitens ist das Mailprogramm eine proprietäre Software von Acer. Kompatibiltät zu einschlägigen Mailprogrammen und damit eine Synchronisation zu einem Desktop oder Notebook gibt es nicht. Drittens wird das Büroprogramm OpenOffice in der veralteten Version 2.3 installiert. Ein Update auf die aktuelle Version ist nicht möglich.
  • Viertens ist die Verwaltung des zur Verfügung stehenden Festplattenspeichers für passionierte Nutzer von UNIX Systemen nicht nachvollziehbar. Auf dem Acer Aspire One mit dem vorinstallierten LINPUS LINUX wird nämlich eine SD Speicherkarte automatisch dem Solid State Speicherplatz zugeordnet. Dazu wird auf der SD Karte eine POSIX Erweiterung installiert. Das ist ja erst einmal nicht schlimm – aber die gespeicherten Dateien werden zwischen SD Karte und Solid State Disk verteilt.
    Wie soll man unter diesen Randbedingungen ein automatisches Backup der Benutzerdateien planen und durchführen oder Dateien zwischen verschiedenen Rechnern synchronisieren? Der Befehl df -hT zeigt, wie der Platz auf den verschiedenen Laufwerken verteilt wird. Acer hat es hier mit dem Nutzer wirklich gut gemeint: Der normale Nutzer, der nur mit der standardmäßigen grafischen Benutzeroberfläche arbeitet, merkt von der Verteilung der Dateien nichts. Er kann nach Herzenslust kopieren, verschieben, löschen …
  • Fünftens startet das Acer Aspire One sofort nach dem Einschalten ohne Passworteingabe die grafische Benutzeroberfläche. Das geht zwar schön schnell, wehe aber, wenn das Netbook verloren geht und jeder die möglicherweise vertraulichen Informationen einsehen kann. Das ist aus Gründen der Datensicherheit aus meiner Sicht völlig inakzeptabel!

Schickes und schnelles Teil mit brillantem Bildschirm, das Acer Aspire One 110L mit LINPUS LINUX! Aber: Datensicherheit? Backup? Kompatibilität? – Unter den vorher geschilderten Umständen allerdings leider vollkommen unmöglich! Für mein Acer Aspire One muss ein anderes LINUX her!

Update: Am 03.08.2009 habe ich gesehen, dass Acer das Linpus Lite durch diverse Programmupdates auf einen neueren Stand gebracht hat. Damit ist ist zumindest für den Gelegenheitsnutzer, der sich nicht mit UNIX herumschlagen möchte, ein sinnvolles Arbeiten mit dem Aspire One möglich. Die Daten(un)sicherheit wurde allerdings durch die Updates nicht beseitigt.

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