Review: Die Kompaktkamera OLYMPUS µTough-6020 in der Praxis

Neben meiner Spiegelreflexkamera Nikon D90 besitze ich auch eine Kompaktkamera OLYMPUS µTough-6020. Ich habe diese Kamera im Sommer 2010 – kurz vor dem Urlaub in der Normandie angeschafft. Ein Kaufkriterium war damals, dass die OLYMPUS µTough-6020 bis zu einer Tauchtiefe von 5 Meter wasserdicht ist, eine Temperaturbeständigkeit bis zu – 10 °C hat und auch gröbere Stöße bis zu einer Fallhöhe von 1.5 Meter wegsteckt.

OLYMPUS ist bekannt für die Miniaturisierung der Komponenten von Kameras. Das ist auch kein Wunder, denn der Konzern ist im Bereich der medizinischen Fotografie sehr erfolgreich. Natürlich kann man von einer Kompaktkamera wie der OLYMPUS µTough-6020 keine Wunder erwarten, wenn man normalerweise mit einer Spiegelreflexkamera fotografiert. Die Größe des Bildsensors und die bauartbedingte kleine Brennweite setzen einfach Grenzen – das ist Physik und die ist allgemein gültig nicht aufhebbar. Dennoch lassen sich mit der OLYMPUS µTough-6020 gute Bilder machen.

HAPTIK UND BEDIENUNG

Die OLYMPUS µTough-6020 wirkt sehr hochwertig verarbeitet. Das Gehäuse ist aus eloxiertem Aluminium gefertigt. Das Objektiv wird durch eine bewegliche Platte verdeckt, die noch Spuren vom Überdrehen aufweist. Für mich als Maschinenbauingenieur wirkt das wirklich elegant. Nicht zuletzt habe ich das Gefühl, auf Grund der Masse der Kamers von etwa 180 Gramm das Gefühl mit der OLYMPUS µTough-6020 wirklich etwas in der Hand zu halten. Die Größe der OLYMPUS µTough-6020 beträgt Länge x Breite x Tiefe 96,7 x 64,4 x 25,8 mm, so dass sie perfekt in jede Hosen- oder Jackentasche passt.

Das Display ist so groß, dass es etwa 80 Prozent der Kamerarückwand einnimmt. Es ist auch bei direkter Sonne noch gut einsehbar. Die Menüs der OLYMPUS µTough-6020 sind – wie für OLYMPUS typisch – gut aufgeräumt und weitgehend selbsterklärend. Die Knöpfe haben einen angenehmen Klickpunkt und auch der Auslöser gibt Feedback. Dazu kommt, dass man ein Auslösegeräusch einstellen kann. Dann klingt die OLYMPUS µTough-6020 fast wie eine richtige Spiegelreflexkamera.

Ein cooles Feature ist die TAP CONTROL FUNCTION – durch Klopfen an die rechte Kamerawand wird das Menü geöffnet und navigieren lässt sich durch Klopfen rechts oder links. Eingaben werden durch doppeltes Klopfen auf den Monitor bestätigt. Kippen der Kamera ermöglicht das Blättern durch die bereits aufgenommenen Bilder. Diese Funktionen lassen sich sehr schnell intuitiv verwenden. Was vielleicht auf den ersten Blick wie eine Spielerei aussieht, ist für Handschuhträger an einem kalten Wintertag oder beim Tauchen wirklich nützlich.

OUTDOORTAUGLICHKEIT

Die Outdoortauglichkeit ist zweifellos ein großer Vorteil der OLYMPUS µTough-6020. Für mich war es ein Kaufgrund. Wie bereits in der Einleitung beschrieben, kann die OLYMPUS µTough-6020 problemlos mit ins Wasser genommen werden. Eine Tauchtiefe von bis zu 5 Meter sind gemäß technischer Spezifikation kein Problem. Ich selbst muss allerdings sagen, dass ich die µTough-6020 bisher nicht mit im Meerwasser hatte. Der Einsatz hat sich bisher auf Regenwetter – dort aber auch auf Starkregen – beschränkt. Zu Testzwecken hat mein Bruder auch einmal ein Unterwasserfoto in einem Swimmingpool gemacht. Bei tiefen Temperaturen im Winter 2010/2011 hat die Olympus eine gute Figur gemacht. Die Spezifikation lässt bis zu – 10 °C zu. Ich habe auch bei tieferen Temperaturen keinerlei Probleme feststellen können.

BILDQUALITÄT

Bei diesem Kapitel beginnen leider die Schattenseiten der OLYMPUS µTough-6020. Ich persönlich finde die Bildqualität nicht immer reproduzierbar. Bei guten Lichtverhältnissen werden die Bilder allerdings meist gut und auch sehr kontrastreich. Die Bildqualität ist aber nicht mit einer DSLR vergleichbar. Der kleine Bildsensor in Verbindung mit dem extrem kompakten Objektiv setzt hier einfach Grenzen. Das ist ganz einfach der Tribut, den man als Fotograf der Miniaturisierung zollen muss. Für gelegentliche Fotos oder eine einfache Bilddokumentation ist die OLYMPUS µTough-6020 aber auf jeden Fall brauchbar.

Die µTough-6020 hat trotz der geringen Tiefe ein 5-fach-Weitwinkel-Zoomobjektiv. Das ermöglicht bezogen auf einen Kleinbildsensor immerhin rechnerisch einen ordentlichen Brennweitenbereich von 28-140 Millimeter. Der Sensor kann bis zu 14 Megapixel erfassen. Der interne Speicher der OLYMPUS µTough-6020 beträgt satte 2 GByte und ist durch eine SD oder SDHC Karte problemlos erweiterbar. Die zahlreichen eingebauten Motivprogramme – unter anderem für Unterwasseraufnahmen – berechnen jeweils einen spezifischen Weissabgleich. Einen Sucher hat die OLYMPUS µTough-6020 nicht. Es bleibt also nur der Weg, die Aufnahmen über das Display zu machen.

Bilder mit einem ausgeprägtem BOKEH wird man mit der OLYMPUS µTough-6020 wegen des Objektives und der Optik selbst bei besten Lichtverhältnissen niemals hinbekommen. Das ist aber auch bei anderen Kompaktkameras dieser Abmessungen ebenso nicht der Fall.

Der langsame Autofokus ist allerdings nicht mehr zeitgemäß. Dazu kommt, dass sich einzelne Fotos nur im Abstand von mehreren Sekunden aufnehmen lassen. Die OLYMPUS µTough-6020 braucht offenbar genau so lange, um das Bild zu verarbeiten. Eine schnellere Speicherkarte hilft auch nicht, diese Zeit zu verkürzen. Die Kamera hat einen eingebauten mechanischen Bildsensor, so dass Verwackler gut ausgeglichen werden. Bilder werden als prinzipiell als JPEG abgespeichert. Das RAW Format ist – wie anderen Kameras dieser Preisklasse auch – nicht vorgesehen.

Für mich persönlich vergleiche ich die Bilder aus der OLYMPUS µTough-6020 nicht mit denen aus einer guten DSLR. Für einen ambitionierten Fotografen unterscheidet sich die Verwendung einer Kompaktkamera fundamental von der einer hochwertigen DSLR. Für mich ist die OLYMPUS µTough-6020 ein brauchbares und sehr solides Zweitgerät. Ich benutze sie immer dann, wenn das Wetter den Einsatz einer teuren Spiegelreflexkamera zumindest für längere Zeit nicht ratsam erscheinen lässt. Ansonsten ist sie mir immer ein guter Begleiter, wenn ich auf kurzen Flugreisen bin und keine wuchtige DSLR mitnehmen möchte.

FOTOS MIT DER OLYMPUS ΜTOUGH-6020

Die folgenden Beispielfotos sind alle an einem total verregneten Tag Anfang September 2010 in Bayeux in der Normandie entstanden. Alle Aufnahmen wurden mit der Programmautomatik P und aus der freien Hand heraus ohne Stativ oder Auflegen gemacht. Die OLYMPUS µTough-6020 wurde von mir extra vor der Normandiereise als Kamera für schlechtes Wetter angeschafft.

Bild: An einem Regentag unterwegs in Bayeux mit der OLYMPUS µTough-6020.

Bild: An einem Regentag unterwegs in Bayeux mit der OLYMPUS µTough-6020.

Bild: An einem Regentag unterwegs in Bayeux mit der OLYMPUS µTough-6020.

Bild: An einem Regentag unterwegs in Bayeux mit der OLYMPUS µTough-6020.

Bild: An einem Regentag unterwegs in Bayeux mit der OLYMPUS µTough-6020.

An einem Märztag des Jahres 2011 mit sehr guten Lichtverhältnissen habe ich die OLYMPUS µTough-6020 im Tiergarten Nürnberg benutzt. Auch hier wurden alle Aufnahmen mit der Programmautomatik P und aus der freien Hand heraus ohne Stativ oder Auflegen erstellt. Die Fotos können sich durchaus sehen lassen. Sie zeigen, wozu selbst preiswerte Kompaktkameras heute in der Lage sind.

Bild: Unterwegs im Tiergarten Nürnberg mit der OLYMPUS µTough-6020.

Bild: Unterwegs im Tiergarten Nürnberg mit der OLYMPUS µTough-6020.

Bild: Unterwegs im Tiergarten Nürnberg mit der OLYMPUS µTough-6020.

Bild: Unterwegs im Tiergarten Nürnberg mit der OLYMPUS µTough-6020.

Bild: Unterwegs im Tiergarten Nürnberg mit der OLYMPUS µTough-6020.

Bild: Unterwegs im Tiergarten Nürnberg mit der OLYMPUS µTough-6020.

FAZIT

Für einen Straßenpreis von knapp über 200,- EURO ist die OLYMPUS µTough-6020 auf jeden Fall empfehlenswert. Insbesondere dann, wenn bei schlechtem Wetter, wie etwa Regen, Schnee oder Kälte sowie unter Wasser fotografiert werden soll. Wunder in Bezug auf Bildqualität und Geschwindigkeit sollte man nicht erwarten. Für gelegentliche Schnappschüsse oder Dokumentationen geht die OLYMPUS µTough-6020 auf jedem Fall in Ordnung. Auch für ambitionierte Fotografen ist die OLYMPUS µTough-6020 als Zweitgerät interessant. Man darf nur nicht die eigene hochwertige DSLR als Maßstab ansetzen. Dazu hat die µTough-6020 eine zu kleine Optik und einen zu kleinen Bildsensor. Man muss sich einfach damit anfreunden, auch die eingebauten Kreativprogramme zu nutzen. Die Bildqualität könnte OLYMPUS aber in Details verbessern. Für ästhetisch anspruchsvolle Aufnahmen mit BOKEH ist die OLYMPUS µTough-6020 bauartbedingt selbstverständlich nicht gemacht. Nicht akzeptabel ist die lange Zeitspanne zwischen zwei Einzelaufnahmen. Richtig cool ist die TAP CONTROL FUNCTION, die eine Bedienung der Kamera durch Klopfen auf das Gehäuse ermöglicht.

 

Externe Links:
Der Tiergarten Nürnberg – Offizielle Website
https://www.tiergarten.nuernberg.de
Die deutsche OLYMPUS Website – Olympus Deutschland GmbH
https://www.olympus.de
Die deutsche OLYMPUS Website mit OLYMPUS µTough-6020 – Olympus Deutschland GmbH
https://www.olympus.de/digitalkamera/digitalkamera_mju_tough-6020_13653.htm

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