Fototour: Gdynia – Gdingen oder Gotenhafen – und die ORP Błyskawica

Der Zerstörer BLYSKAWICA – Blitz – wurde zusammen mit dem Schwesterschiff GROM – Donner – im Jahre 1935 auf der Werft J. S. White & Co. im britischen Cowes gebaut und 2 Jahre später in Dienst gestellt. Das elegant gebaute Schiff erreichte mit seinem 54000 PS starken Antrieb eine maximale Geschwindigkeit von 39 Knoten. Als Maschine fanden 2 Parson-Dampfturbinen Verwendung, die aus 3 Kesseln gespeist wurden und auf 2 Wellen wirkten.

Mit einer Verdrängung von fast 2400 britischen Tonnen (mit 1016,5 Kilogramm geringfügig mehr als die dezimale Tonne) gehört das Schiff zu den größeren Vertretern seiner Klasse und hatte etwa 200 Mann Besatzung. Die Länge beträgt 114 Meter und die Breite 11 Meter. Als Bewaffnung befanden sich an Bord: mehrere Flugabwehrkanonen im Kaliber von 13 bis 120 mm, 6×55 cm Torpedorohre sowie Wasserbomben und Minen. Ende August des Jahres 1939 wurde die BLYSKAWICA zusammen mit ihrem Schwesterschiff und dem Torpedobootjäger BURZA nach Großbritannien entsandt, um aufgrund der drohenden Kriegsgefahr eine polnische Exilmarine aufzubauen.

Nach den verschiedensten Einsätzen unter anderen in Norwegen und als Eskortenschiff in der Atlantikschlacht kam das Schiff auch bei der alliierten Invasion in Frankreich zum Einsatz. Zwei Jahre nach dem Ende des Krieges kam das Schiff 1947 nach Gdynia zurück wo es in den folgenden Jahren modernisiert und mit sowjetischen Waffen ausgerüstet wurde. Nach einer Kesselexplosion im Jahre 1967 wurde es aus dem aktiven Dienst genommen und liegt seit 1976 im Hafen von Gdynia als Museumsschiff vor Anker. Im Zweiten Weltkrieg war die BLYSKAWICA an der Versenkung von zwei Torpedobooten, zwei U-Booten sowie zwei Handelsschiffen beteiligt, auch einige Flugzeuge wurden abgeschossen.

Alle Fotos auf dieser Seite © 2011 by Bert & Birk Karsten Ecke mit
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Bild: Die ORP Blyskawica im Hafen von Gdynia.
Bild: Die ORP Blyskawica im Hafen von Gdynia.
Bild: Die ORP Blyskawica im Hafen von Gdynia.
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Bild: Die ORP Blyskawica im Hafen von Gdynia.
Bild: Die ORP Blyskawica im Hafen von Gdynia.
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Bild: Die ORP Blyskawica im Hafen von Gdynia.
Bild: Die ORP Blyskawica im Hafen von Gdynia.
Bild: Die ORP Blyskawica im Hafen von Gdynia.Bilder: Die ORP Blyskawica im Hafen von Gdynia.
Alle Fotos © 2011 by Bert & Birk Karsten Ecke mit Nikon D90 und Nikon D300S sowie SIGMA 10-20mm F3.5 EX DC HSM, AF-S DX NIKKOR 18-200 mm 1:3,5-5,6G ED VR Ⅱ und AF-S NIKKOR 28-300 mm 1:3,5-5,6G ED VR.

Die Stadt Gdynia spielte zu Beginn des Zweiten Weltkrieges eine bedeutende Rolle zur Rettung der polnischen Marine vor dem Zugriff durch die deutsche Wehrmacht. Durch den Plan WOREK sollte die aus 5 Boten bestehende polnische U-Bootflotte nach dem Beginn des Krieges die deutsche Invasionsflotte angreifen, die Küste verminen und danach ins verbündete Großbritannien flüchten. Der Plan wurde von Konteradmiral Jozef Unrug entwickelt, der zur Zeit der Oberbefehlshaber der polnischen Marine war. Eine interessante Fußnote der Geschichte ist: während des Ersten Weltkrieges war Unrug Ausbildungschef der kaiserlichen U-Bootwaffe und sein bester Schüler war Karl Dönitz, der zu Beginn des Krieges Befehlshaber der Deutschen U-Bootflottilie war und im weiteren Verlauf des Krieges zum Oberbefehlshaber der Kriegsmarine ernannt und später letztes Oberhaupt des Dritten Reiches wurde.

Unrug erkannte vorzeitig, dass die polnische Armee keine Chance hatte um den Angriff der perfekt arbeitenden deutschen Armee zu widerstehen und wollte so wenigsten die wertvollen Einheiten retten, um auf Seiten der Alliierten weiterzukämpfen. Allerdings hatte der Plan keinen Erfolg. Von den 5 U-Booten erreichten nur die ORZEL und die WILK die englische Küste, die Boote SEP, ZBIK und RYS ließen sich in Schweden internieren. Die Flucht des U-Bootes ORZEL gelang allerdings nur knapp: als der Kommandant Komandor Kloczkowski erkrankte, lief das Boot am 14.09.1939 den estnischen Hafen Reval -Tallinn – an. Durch das Auslaufen des Deutschen Dampfers THALATTA verzögerte sich die Weiterfahrt des U-Bootes und auf einmal internierten die estnischen Behörden aufgrund des Drucks aus Berlin und Moskau das Boot.

Die Geschützverschlüsse und die vorderen Torpedos wurden abtransportiert, die Entladung der achternen Torpedos wurde aufgrund des nahenden Wochenendes verschoben. Das Geheimmaterial konnte noch von der Besatzung vernichtet werden. Unbemerkt von der estnischen Wachmannschaft wurde die Flucht vorbereitet. Allerdings befand sich kein Kartenmaterial mehr an Bord. In der Nacht vom 17. zum 18. war es soweit, die beiden Wachmatrosen wurden überwältigt und das Boot flüchtete aus dem Hafen von Regal. In den nächsten Tagen wurde die ORZEL von allen Seiten gejagt. 4 Tage später wurde östlich vor Gotland aufgetaucht und die 2 Wachposten in das einzige Beiboot gesetzt sowie mit Lebensmitteln und 50 US-Dollar pro Person ausgerüstet, damit sie wieder in ihre Heimat zurückkehren können. Danach patrouillierte das U-Boot noch weiter in der Ostsee und traf am 14. Oktober 1939 in Schottland ein.

Autor: © 2011 by Bert Ecke

Weiterführende Literatur:
Janusz Piekalkiewicz
Seekrieg 1939-1945
Bechtermünz Verlag
ISBN: 3-430-17479-1

Enzyklopädie der Schiffstypen
Kaiser Verlag
ISBN: 978-3-7043-1422-2

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