Fototour: Die Singende Revolution in Estland – Unterwegs an der Sängerfestwiese in Tallinn

Die Musik hat in den drei kleinen baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland eine besondere Bedeutung: Sie hat ihnen die Freiheit von der Sowjetdiktatur gebracht. Besonders die Esten sind stolz auf ihre musikalische Tradition. Während der Zeit der sowjetischen Fremdherrschaft war das Singen traditioneller Hymnen, etwa der estnischen Nationalhymne in der Öffentlichkeit unter der Androhung von Strafen nicht gestattet.

Im sowjetischen Estland dienten die Sängerfeste – so wie es auch mit der Volksmusik in der ehemaligen DDR war – der ideologischen Gleichschaltung der Bevölkerung. Nationalistische Lieder waren unter Androhung harter Sanktionen streng verboten. Das nationale Bewusstsein der Esten hat sich aber wahrscheinlich gerade deshalb in den Liedern erhalten und die Hymne des einheimischen Komponisten Gustav Ernesaks „Mu isamaa on minu arm“ – „Mein Vaterland ist meine Liebe“ – wurde zum verbindenden Band für die estnische Bevölkerung des besetzten Landes.

Im Jahre 1988 sangen etwa 30.000 Esten und Estinnen die Hymne „Mu isamaa, mu õnn ja rõõm“ („Mein Vaterland, mein Glück und meine Freude“) – seit 1920 Nationalhymne des bis zum Hitler-Stalin-Pakt für kurze Zeit unabhängigen Landes. Es fuhren zwar sowjetische Panzer gegen die Sänger auf, aber diese konnten gegen die Kundgebung nichts ausrichten. Es waren einfach zu viele Menschen, die ihre Freiheit besungen haben. So hat diese Hymne letztlich zur Unabhängigkeit von der Sowjetdiktatur geführt – nicht der schlechteste Weg einer Revolution.

Nach der Unabhängigkeit Estlands von der Sowjetunion wurde das Lied wieder zur Nationalhymne – die Melodie ist übrigens identisch zur Nationalhymne Finnlands. Dazu beigetragen hat auch der finnische Sender YLE, der die estnische Nationalhymne jede Nacht zum Sendeschluss gespielt hat. Dieser Sender war auch zu Sowjetzeiten zumindest im Norden Estlands zu empfangen. Das Singen ihrer nationalen Lieder hat in der estnischen Gesellschaft bis heute einen hohen Stellenwert.

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Bild: Auf der Sängerfestwiese in Tallinn - die Bühne - mit NIKON D700 und AF-S NIKKOR 28-300 mm 1:3,5-5,6G ED VR.Bild: Auf der Sängerfestwiese in Tallinn – die Bühne – mit NIKON D700 und AF-S NIKKOR 28-300 mm 1:3,5-5,6G ED VR.

Bild: Denkmal zu Ehren des Komponisten und Chorleiters Gustav Ernesaks, des Organisators der estnischen Sängerfeste zu Zeiten der sowjetischen Besatzung Estlands mit NIKON D700 und AF-S NIKKOR 28-300 mm 1:3,5-5,6G ED VR.

Bild: Denkmal zu Ehren des Komponisten und Chorleiters Gustav Ernesaks, des Organisators der estnischen Sängerfeste zu Zeiten der sowjetischen Besatzung Estlands mit NIKON D700 und AF-S NIKKOR 28-300 mm 1:3,5-5,6G ED VR.Bilder: Denkmal zu Ehren des Komponisten und Chorleiters Gustav Ernesaks, des Organisators der estnischen Sängerfeste zu Zeiten der sowjetischen Besatzung Estlands mit NIKON D700 und AF-S NIKKOR 28-300 mm 1:3,5-5,6G ED VR.

Bild: Auf der Sängerfestwiese in Tallinn - die Bühne - mit NIKON D700 und AF-S NIKKOR 28-300 mm 1:3,5-5,6G ED VR.Bild: Auf der Sängerfestwiese in Tallinn – die Bühne – mit NIKON D700 und AF-S NIKKOR 28-300 mm 1:3,5-5,6G ED VR.

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