Zwölf Tips wie Sie Ihre fotografischen Fertigkeiten verbessern können

Welches Objektiv – Zoomobjektiv oder Weitwinkelobjektiv – wir zu welchem Foto verwenden sollten, können wir nicht in feste Regeln fassen. Der Einsatz ist vielmehr eine Frage der persönlichen Erfahrungen und auch des persönlichen Geschmacks – und besonders Erfahrungen können wir nur durch ständiges Fotografieren sammeln. Das trifft natürlich auch auf den Abstand zum Objekt zu. Moderne Zoom-Objektive verleiten oft zu Fotos aus einem bequemen Abstand – wir können ja das Objekt heran zoomen. Das wird aber nicht in jedem Fall funktionieren.

Ein paar Worte zur Verwendung von Weitwinkelobjektiven

Aufnahmen mit einem Weitwinkel-Objektiv und kurzer Brennweite bringen den Nachteil mit sich, dass:

  • Bei falschem Bildwinkel die Proportionen des fotografierten Objektes nicht stimmig sind. Es kommt insbesondere bei hohen Objekten, wie etwa Gebäuden, zu so genannten STÜRZENDEN LINIEN – für einen Architekten ist das ein wahrer Alptraum.
  • Nahe Objekte oft unnatürlich verzerrt wirken. Dieser Effekt tritt umso mehr zu Tage, je näher wir uns am Objekt befinden.

Die folgenden zwei Bilder zeigen dies sehr deutlich. Diese Bilder sind schlichtweg unbrauchbar. Mit dem voreiligen Griff zum vermeintlich bequemen Weitwinkelobjektiv können wir uns also schwerwiegende Probleme einhandeln. Was nützt es schon, wenn das das große Objekt zwar vollständig sichtbar aber das Foto unbrauchbar ist. Mit einer Digitalkamera kostet das wenigstens kein Geld – schade um die die investierte Zeit ist es aber allemal!

Bild: Die Kirche St. Gertrudis in der Lutherstadt Eisleben. Deutlich sind die stürzenden Linien erkennbar - die Folge einer aus Platzgründen nicht genau waagerecht gehaltenen Kamera mit Weitwinkelobjektiv.

Bild: Die Kirche St. Gertrudis in der Lutherstadt Eisleben.
Deutlich sind die stürzenden Linien erkennbar – die Folge einer aus Platzgründen nicht genau waagerecht gehaltenen Kamera mit Weitwinkelobjektiv.
Olympus E-520 mit Objektiv Olympus Zuiko Digital ED 14-42mm F3.5-5.6.
Brennweite 14 mm – Blendenöffnung f / 7.1 – Verschlusszeit 1/320 s – ISO 100.

Bild: Amerikanischer Soldatenfriedhof am Pointe du Hoc - OMAHA BEACH - Normandie. Das Bild zeigt deutlich die Verzerrungen durch den falschen Winkel und die zu nahe stehenden Personen.

Bild: Amerikanischer Soldatenfriedhof am Pointe du Hoc – OMAHA BEACH – Normandie.
Das Bild zeigt deutlich die Verzerrungen durch den falschen Winkel und die zu nahe stehenden Personen.
Nikon D90 mit Objektiv SIGMA 10-20mm F4-5.6 EX DC HSM.
Brennweite 10 mm – Blendenöffnung f / 9 – Verschlusszeit 1/320 s – ISO 200.

Die folgenden zwei Bilder zeigen dagegen gelungene Aufnahmen mit einem Weitwinkelobjektiv. Es ist das selbe SIGMA 10-20mm F4-5.6 EX DC HSM wie auf dem obigen Bild vom Soldatenfriedhof. Die schlechte Qualität dieses Bildes ist also nicht auf das verwendete Objektiv zurückzuführen, sondern nur auf elementare Fehler des Fotografen. Wer sich nie mit den optischen Eigenschaften eines Weitwinkelobjektivs beschäftigt hat, wird sehr schnell auf den Gedanken kommen, dass er ein minderwertiges Objektiv – und das vielleicht zu einem hohen Preis – erworben hat. Das ist allerdings meist nicht der Fall. Wenn beim Fotografieren mit einem Weitwinkel also Perspektiven verzerrt erscheinen, hilft es immer, das Objektiv etwas vertikal zu schwenken und genau horizontal auszurichten. Dass dabei eventuell nicht das gesamte Objekt fotografierbar ist, müssen wir leider hinnehmen. Die Gesetze der Physik sind nun einmal nicht zu überlisten – die Konstruktion eines Perpetuum Mobile wird uns schließlich auch nicht gelingen.

Bild: Der Halken in Aschersleben.

Bild: Der Halken in Aschersleben.
Nikon D90 mit Objektiv SIGMA 10-20mm F4-5.6 EX DC HSM.
Brennweite 20 mm – Blendenöffnung f / 6.3 – Verschlusszeit 1/160 s – ISO 320.
Bild © 2010 by Birk Karsten Ecke.

Bild: Die Augustapromenade in Aschersleben.

Bild: Die Augustapromenade in Aschersleben.
Nikon D90 mit Objektiv SIGMA 10-20mm F4-5.6 EX DC HSM.
Brennweite 10 mm – Blendenöffnung f / 8 – Verschlusszeit 1/250 s – ISO 320.
Bild © 2010 by Birk Karsten Ecke.

Ein paar Worte zu Zoomobjektiven

Fotografieren wir mit einem Zoom-Objektiv und langer Brennweite, handeln wir uns eventuell folgende Probleme ein:

  • Bei großer Entfernung zum Objekt und/oder ungünstigen Witterungsverhältnissen und genereller Luftverschmutzung oder Luftfeuchte können Details verloren gehen. Die Partikel in der Luft nehmen dem Bild Schärfe und Kontrast. Im bayerischen Voralpenland mit seinen Seen oder ähnlichen Landschaften sowie am Meer verwende ich an meiner Nikon D90 und D300S mit allen Objektiven generell einen UV-Filter – dieser hilft durch Ausfiltern kurzwelliger Strahlung, ist aber kein Allheilmittel.
  • Jegliche Verwacklungen und Erschütterungen wirken sich negativ auf die Bildqualität aus. Moderne Optiken mit Bildstabilisatoren mildern diesen Umstand zwar ab, aber besser ist es auf jeden Fall, aufzulegen oder ein (wirklich!) stabiles Stativ zu verwenden und so Verwacklungen ganz zu vermeiden. Bei ungünstigen Lichtverhältnissen und langen Belichtungszeiten ist das besonders wichtig.

Welches Objektiv – Zoomobjektiv oder Weitwinkelobjektiv – wir zu welchem Foto verwenden sollten, können wir also nicht generell in feste Regeln fassen. Es ist vielmehr eine Frage der persönlichen Erfahrungen – und diese können wir nur durch ständiges Fotografieren sammeln. Das trifft natürlich auch auf den Abstand zum Objekt zu. Moderne Zoom-Objektive verleiten oft zu Fotos aus einem bequemen Abstand – wir können ja das Objekt heran zoomen. Das wird aus den oben genannten Gründen nicht funktionieren. Für gute Fotos müssen wir eventuell auch mal durch Schlamm oder Brennesseln gehen. Das setzt natürlich entsprechende Bekleidung und Ausrüstung voraus.

Bild: Paradiesruinen - Blühender Apfelbaum in Prora auf der Insel Rügen.

Bild: Paradiesruinen – Blühender Apfelbaum in Prora auf der Insel Rügen.
Olympus E520 mit Objektiv Olympus Zuiko Digital 14-42 mm F3.5-5.6.
Brennweite 42 mm (wegen der Sensorgröße der E-520 entspr. 84 mm Bildwinkel bei Kleinbild) – Blendenöffnung f / 9 – Verschlusszeit 1/250 s – ISO 100.
© 2010 by Birk Karsten Ecke.

Bild: Raps auf einem Feld im Harzvorland.

Bild: Raps auf einem Feld im Harzvorland.
Nikon D90 mit Objektiv AF-S DX Nikkor 18-105mm f/3.5-5.6G ED-VR.
Brennweite 105 mm – Blendenöffnung f / 8 – Verschlusszeit 1/1000 s – ISO 200.
Bild © 2010 by Birk Karsten Ecke.

Bild: An einer Tankstelle in Massachusetts - USA. Olympus µTough-6020.

Bild: An einer Tankstelle in Massachusetts – USA.
Olympus µTough-6020.
Mit modernen Kompaktkameras wie der Olympus µTough-6020 können wir erstaunlich gute Bilder machen – insbesondere im Weitwinkelbereich.
Brennweite 5 mm (KB äquiv. 28 mm) – Blendenöffnung f / 10 – Verschlusszeit 1/160 s – ISO 80.
Bild © 2010 by Birk Karsten Ecke.

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