Review: Ein erster Blick auf den RAW Konverter Corel AfterShot Pro 2 – Ein Kurztest unter Mac OS X

Am Mittwoch, 21.05.2014, hat Corel die Version 2.0 seines RAW Konverters AfterShot Pro herausgebracht. Corel AfterShot Pro 2 ist nun erstmalig auch als 64 Bit Version verfügbar – bei den Mitbewerbern ist das schon seit langer Zeit der Fall. Corel’s RAW Konverter unterstützt als Alleinstellungsmerkmal nach wie vor neben minimal Mac OS X 10.7.3 und Microsoft Windows XP auch diverse Linux Distributionen. Neben den 64 Bit Anwendungen stehen für alle Plattformen auch 32 Bit Binaries zur Verfügung.

Damit kann Corel AfterShot Pro 2 auch noch gut auf älteren Rechnern mit geringeren Hardwareanforderungen – oder die keine 64 Bit Unterstützung bieten – installiert werden. Die Anforderungen an die Hardware sind für einen RAW Konverter ohnehin bescheiden: 2 GByte Arbeitsspeicher und zwischen 250 MByte (Mac OS X und Linux) und 400 MByte (Windows) Festplattenspeicher reichen laut Corel zum Installieren bzw. Arbeiten aus.

Usability, Look & Feel

Ich habe mir Corel AfterShot Pro in der Mac OS X Version auf einem iMac 24“ Anfang 2009 mit 3,06 GHz Intel Core 2 Duo Prozessor und 8 GByte Arbeitsspeicher unter Mac OS X 10.9.3 angesehen. Die Größe des Download beträgt für das 64 Bit Binary für den Mac etwa 86 GByte. Die Installation ist erst einmal simpel: Einfach das Programm in den Programmordner ziehen. Allerdings sorgt möglicherweise der erste Programmstart bereits für Frustration: Der Programmstart bricht mit der Fehlermeldung „Corel AfterShot Pro 2 (64-bit).app kann nicht geöffnet werden, da es von einem nicht verifizierten Entwickler stammt“ ab.

Bild: Der erste Start von Corel AfterShot Pro 2 bricht unter Mac OS X wahrscheinlich mit mit einer Fehlermeldung ab, da es von einem nicht verifizierten Entwickler stammt. Kein Grund zur Panik.

Bild: Der erste Start von Corel AfterShot Pro 2 bricht unter Mac OS X wahrscheinlich mit mit einer Fehlermeldung ab, da es von einem nicht verifizierten Entwickler stammt. Kein Grund zur Panik.

Man kann Corel AfterShot Pro 2 aber dennoch starten, wenn man ein ein einziges Mal vor dem Programmstart unter ⇒ Programme ⇒ Systemeinstellungen ⇒ Sicherheit unter Apps Download erlauben von ⇒ Keine Einschänkungen wählt. Bitte aus Gründen der Systemsicherheit nach dem ersten Start unbedingt wieder zurückstellen! AfterShot Pro 2 wird danach immer problemlos starten – und das recht flott. Corel hat dem neuen AfterShot Pro 2 eine modernere und aufgeräumtere Benutzeroberfläche spendiert, die ein wenig an DxO Optics Pro erinnert.

Bild: Der Startbildschirm von Corel AfterShot Pro 2 kommt unter Mac OS X recht nüchtern, aber aufgeräumt daher.

Bild: Der Startbildschirm von Corel AfterShot Pro 2 kommt unter Mac OS X recht nüchtern, aber aufgeräumt daher.

Die Benutzeroberfläche kann auch in Grenzen an die eigene Arbeitsweise angepasst werden. Ich mag es, wenn Miniaturansichten unter dem Hauptfoto angeordnet sind. Siehe unten stehendes Bild. Die Erstellung der Miniaturansichten aus RAW Dateien von neu eingelesenen Bilddateien aus dem Dateisystem benötigt allerdings einige Zeit. Dazu kommt, dass zumindest auf meinem iMac die Stabilität zu wünschen übrig lässt. Das Programm stürzt gelegentlich – aber nicht nachvollziehbar – ab. Nicht so toll ist auf dem Mac die Gestaltung der Icons zum Schließen, Minimieren und Maximieren, denn sie sind kaum zu erkennen.

Bild: Corel AfterShot Pro erlaubt eine gewisse Anpassung der Benutzeroberfläche an die Vorlieben des Fotografen. Hier sind die Miniaturansichten unter dem Hauptfoto angeordnet.

Bild: Corel AfterShot Pro erlaubt eine gewisse Anpassung der Benutzeroberfläche an die Vorlieben des Fotografen. Hier sind die Miniaturansichten unter dem Hauptfoto angeordnet.

RAW Bearbeitung und unterstützte Kameras

Der Workflow bei der Bearbeitung von RAW Fotos ist unter AfterShot Pro 2 intuitiv. Auf der rechten Bildschirmseite befinden sich die Reiter mit den Einstellungen  für die Entwicklung der RAW Fotos. Gute Startpunkte sind die Reiter StandardAutokorrektur und  Perfectly Clear. Unter dem Reiter Detail findet man die Daten zur Objektivkorrektur. Corel AfterShot Pro kennt mittlerweile auch die Kombination aus OLYMPUS OM-D E-M5 und dem Profiobjektiv M.ZUIKO DIGITAL ED 12‑40mm 1:2.8. Die ebenfalls beliebte OM-D E-M1 wird laut Corel Website nicht unterstützt, was für mich unverständlich ist, denn NIKON Fans werden in der Profiliga mit der D800 und der D800E bedient. Das Flaggschiff NIKON D4 fehlt allerdings auch in der Liste.

Bild: Ein RAW Foto erstellt mit einer NIKON D700 und dem Objektiv CARL ZEISS Distagon T* 2/25 ZF.2. Die Kamera wird von AfterShot Pro 2 unterstützt, das Objektiv jedoch nicht.

Bild: Ein RAW Foto erstellt mit einer NIKON D700 und dem Objektiv CARL ZEISS Distagon T* 2/25 ZF.2. Die Kamera wird von AfterShot Pro 2 unterstützt, das Objektiv jedoch nicht.

Insgesamt geht das Entwickeln von RAW Fotos in Ordnung. Auf der Mac OS X Plattform (und und unter Linux) fehlt im Moment aber noch die Unterstützung von HDR Fotos. Diese ist für den Herbst 2014 avisiert – hier kann AfterShot vielleicht punkten. Die Rauschunterdrückung von RAW Fotos, die mit hohen adäquaten ISO Werten aufgenommen wurden, liegt deutlich hinter den technischen Möglichkeiten zurück. Hier ist meiner Meinung nach zurzeit DxO Optics Pro führend, das in der Standard Version für 99,- € zu haben ist. Die folgenden zwei Bilder zeigen deutlich die Unterschiede desselben entwickelten und als 16 Bit TIFF exportierten Fotos.

Bild: Dieses Foto wurde mit der NIKON D700 und dem Objektiv TAMRON SP 24-70mm F/2.8 Di VC USD mit einer ISO 5000 im RAW Format aufgenommen. Entwickelt wurde das RAW Foto mit Corel AfterShot Pro 2.

Bild: Dieses Foto wurde mit der NIKON D700 und dem Objektiv TAMRON SP 24-70mm F/2.8 Di VC USD mit einer ISO 5000 im RAW Format aufgenommen. Entwickelt wurde das RAW Foto mit Corel AfterShot Pro 2.

Bild: Dieses Foto wurde mit der NIKON D700 und dem Objektiv TAMRON SP 24-70mm F/2.8 Di VC USD mit einer ISO 5000 im RAW Format aufgenommen. Entwickelt wurde das RAW Foto mit DXO Optics Pro 9.

Bild: Dieses Foto wurde mit der NIKON D700 und dem Objektiv TAMRON SP 24-70mm F/2.8 Di VC USD mit einer ISO 5000 im RAW Format aufgenommen. Entwickelt wurde das RAW Foto mit DXO Optics Pro 9.

Ein Vergleich: Corel AfterShot Pro 2 und Apple Aperture 3

Corel AfterShot Pro 2 und Apple Aperture 3 kosten in etwa gleich viel. Da lohnt ein Blick auf die Leistungsfähigkeit beider RAW Konverter. Apple Aperture ist nur für Mac OS X verfügbar. Es kann also nicht unter Windows oder Linux verwendet werden. Dazu kommt, das Aperture 3 von Apple seit Jahren nur zögerlich weiterentwickelt wird – man legt derzeit in Cupertino den Fokus offenbar auf das iPhone und das iPad und lässt anscheinend die treue Mac OS X Gemeinde außen vor. Dennoch ist Aperture 3 bei Fotos, die mit hohen ISO Einstellungen gemacht wurden, im Vorteil.

Bild: Dieses Foto wurde mit der NIKON D700 und dem Objektiv TAMRON SP 24-70mm F/2.8 Di VC USD mit einer ISO 5000 im RAW Format aufgenommen. Entwickelt wurde das RAW Foto mit Corel AfterShot Pro 2.

Bild: Dieses Foto wurde mit der NIKON D700 und dem Objektiv TAMRON SP 24-70mm F/2.8 Di VC USD mit einer ISO 5000 im RAW Format aufgenommen. Entwickelt wurde das RAW Foto mit Corel AfterShot Pro 2.

Bild: Dieses Foto wurde mit der NIKON D700 und dem Objektiv TAMRON SP 24-70mm F/2.8 Di VC USD mit einer ISO 5000 im RAW Format aufgenommen. Entwickelt wurde das RAW Foto mit Apple Aperture 3.

Bild: Dieses Foto wurde mit der NIKON D700 und dem Objektiv TAMRON SP 24-70mm F/2.8 Di VC USD mit einer ISO 5000 im RAW Format aufgenommen. Entwickelt wurde das RAW Foto mit Apple Aperture 3.

Fazit

Es ist interessant, wie eng der Markt für RAW Konverter mittlerweile geworden ist. Corel schickt sein Programm AfterShot Pro für knapp 70,- € ins Rennen. Für 99,- € ist kann man DxO Optics Pro in der Standardversion erwerben und Adobe Lightroom ist für  knapp 120,- € erhältlich. Die Zeiten, in denen RAW Konverter ein Vermögen gekostet haben, sind offenbar vorbei – gut für uns Fotografen. Kann Corel AfterShot Pro in diesem Markt punkten? Für AfterShot Pro 2 spricht die Unterstützung von Windows, Mac OS X und Linux. Mit den wirklichen Profis der Branche, Adobe Lightroom, DxO Optics Pro und Phase One Capture One kann sich dieser RAW Konverter allerdings nicht messen.

Kommentare sind geschlossen.