Review: Apple bringt Fotos App für OS X heraus – Die Bildverwaltungs- und Bildbearbeitungssoftware Fotos im Kurztest

Heute hat Apple im Rahmen eines größeren Betriebssystemupdates für OS X 10 Yosemite seine neue Fotos App freigegeben. Die Fotos App befindet sich im etwa 1,5 GByte großen Update auf die Betriebssystemversion OS X 10.10.3, das ab sofort im App Store geladen werden kann. Mit dem Erscheinen der Fotos App endet die mehr als 13 Jahre währende Ära von iPhoto, das ab jetzt nicht mehr weiterentwickelt wird.

Die Fotos App gibt es nur mit OS X 10.10.3

Nach der Installation des Updates auf OS X 10.10.3 – die übrigens einen Neustart des Rechners erfordert – erscheint im Dock das Fotos Icon und iPhoto ist aus dem Dock verschwunden (sofern es nicht geöffnet war). iPhoto ist aber immer noch installiert, wie ein Blick in den Ordner „Programme“ zeigt. Updates für iPhoto und Aperture wird es ab jetzt aber nicht mehr geben.

Nach dem ersten Start von Fotos wird die iPhoto Bibliothek importiert, falls das gewünscht ist. Der Import in Fotos funktioniert problemlos. An dieser Stelle kann man auch gleich festlegen, ob die Fotos in Apple’s iCloud gespeichert werden sollen. Diese Einstellung kann jederzeit nachträglich geändert werden. Im App Store gibt es zur Zeit die Fotos App anders als iPhoto nicht als einzelnes Programm, sondern nur zusammen mit OS X 10.10.3.

Bild: So sieht Apple's Fotos App im Vollbild aus. Klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern.

Bild: So sieht Apple’s Fotos App im Vollbild aus.
Klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern.

Importieren von Digitalfotos

Sehen wir uns einmal an, wie Fotos eine ganz alltägliche Aufgabe meistert: Den Import von einigen hundert Digitalfotos im RAW Format. Im konkreten Fall sind es 2020 Fotos, die mit einer NIKON D700 und diversen Objektiven aufgenommen wurden. Insgesamt sind das mehr als 31 GByte Datenmaterial.

Bild: Apple's Fotos App beim Importieren von Fotos im RAW Format. Klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern.

Bild: Apple’s Fotos App beim Importieren von Fotos im RAW Format.
Klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern.

Das Importieren der Bilder in die Fotos App inklusive der Erstellung der Vorschaubilder dauert auf einem Mac mini 2,6 Ghz Intel Core i5 mit 8 GByte Arbeitsspeicher und einer 256 GByte Solid State Disk (SSD) übrigens gerade mal 5 Minuten 59 Sekunden.

Basisanpassung von Fotos ist möglich …

Die Fotos App bietet einen zweifellos gut ausgewählten Satz von Basisanpassungen für digitale Fotos, die von Verbesserungen in Kontrast und Helligkeit über Cross-Entwicklung und Schwarz-Weiss-Konvertierung reicht – aber eben auch nicht mehr. Die Fotos App ist zweifellos eher für iPhone Benutzer gedacht, die ihre Fotos aufwerten wollten. Für Profis und ambitionierte Hobbyfotografen ist die Fotos App nur bedingt einsetzbar, auch wenn sie die RAW Formate diverser Digitalkameras problemlos lesen kann.

Bild: Das ist das Ausgangsfoto im RAW Format. Klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern.

Bild: Das ist das Ausgangsfoto im RAW Format.
Klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern.

Bild: Mit nur einer Einstellung lassen sich Fotos in der Fotos App verbessern - allerdings gibt es keine Möglichkeiten eines Fine Tuning. Klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern.

Bild: Mit nur einer Einstellung lassen sich Fotos in der Fotos App verbessern – allerdings gibt es keine Möglichkeiten eines Fine Tuning.
Klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern.

Bild: Man kann das Foto noch in verschiedene Schwarz-Weiss-Töne umwandeln. Das war's dann aber schon! Klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern.

Bild: Man kann das Foto noch in verschiedene Schwarz-Weiss-Töne umwandeln. Das war’s dann aber schon!
Klicken Sie auf das Bild, um es zu vergrößern.

… mehr aber auch nicht!

Wer versucht, ein wenig mehr aus seinen digitalen Fotos herauszuholen, ist bei Apple’s Fotos App definitiv nicht bei der richtigen Software. Mit professionellen RAW Konvertern kann die Fotos App nicht mithalten – auch nicht mit dem in der letzten Zeit arg angestaubten und beileibe nicht mehr zeitgemäßen Apple Aperture aus dem eigenen Hause. Wer bisher mit iPhoto gut zurecht gekommen ist, wird dies wahrscheinlich auch mit Fotos – es gibt auch keine Alternative. Wer mehr braucht, muss wie gehabt weiterhin zu den kostenpflichtigen RAW Konvertern wie Adobe Lightroom, Capture One, DxO Optics Pro oder Silkypix Developer greifen, denn auch Apple Aperture wird nicht mehr gepflegt.

Kommentare sind geschlossen.