Fototour: Rīga – Der westliche Stadtrand. Imanta und Zolitūde, ein Silberberg, Plattenbauten, ein eingestürzter Supermarkt, Wohntürme und Wald.

Letztes Update am von Birk Karsten Ecke

Die Stadteile Imanta und Zolitūde liegen im Westen von Rīga weit abseits der Daugava. Beide Stadtteile sind durch hoch aufragende Plattenbauten geprägt, die zum großen Teil zur Zeit der Okkupation Lettlands durch die Sowjetunion errichtet wurden. Imanta ist die ältere der beiden Vorstädte, obwohl es heute wegen der zahlreichen Neubauten, die nach der Unabhängigkeit Lettlands von der Sowjetunion errichtet wurden, moderner als Zolitūde wirkt. Hier wurde Anfang der 1960er Jahre mit der Bebauung begonnen.

Zolitūde ist im Wesentlichen ein Kind der 1980er Jahre, auch wenn nach der Unabhängigkeit Lettlands von der Sowjetunion im Jahre 1991 und nach zahlreichen Wirtschaftskrisen bis zum Jahre 2004 mit dem Bau der Siedlung ausgesetzt wurde. Vor 1984 gab es hier nur wenige Bauernhäuser, karge Felder und dürre Wälder.

Beide Stadtteile wurden – wie für die sowjetische Städtearchitektur typisch – als Mikrorajon mit Schulen, Gaststätten und Einkaufsmöglichkeiten für die Dinge des täglichen Bedarfes geplant. Mit der Umsetzung der damals ehrgeizigen Pläne ist man bis heute im Rückstand, insbesondere was Zolitūde angeht. Während Imanta einen Straßenbahnanschluss mit einer direkten Verbindung zur Innenstadt hat, ist Zolitūde nur mit von der Stadt betriebenen Bussen oder über die nur eingeschränkt betriebene Bahnlinie Rīga-Tukums – im Prinzip eine Art S-Bahn – zu erreichen. Immerhin gibt es mittlerweile genügend Supermärkte mit langen Abendöffnungszeiten.

In beiden Stadtteilen leben heute zusammen etwa 70.000 Menschen, in Imanta 50.000 und in Zolitūde 20.000. Beide Stadteile sind heute attraktive Wohngegenden, denn die Wohnungen sind im Gegensatz zu den Holzhäusern in anderen Vierteln modern, zentral beheizt und großzügig geschnitten – und man ist schnell an den Sandstränden des Rigaischen Meerbusens oder in den Wäldern des westlichen Rīga. In beiden Stadtteilen überwiegt eine russische Bevölkerung. In den letzten Jahren wurden sowohl in Imanta als auch in Zolitūde moderne Wohnblöcke mit luxuriösen und entsprechend teuren Appartements errichtet. In Imanta prägen sie sogar das Stadtbild. In Imanta und Zolitūde wurde lettische Geschichte geschrieben – gute und schlechte.

In Imanta verteidigten die Soldaten des 6. Rīgaer Regimentes während des Lettischen Unabhängigkeitskrieges im Jahre 1919 die Stadt erfolgreich gegen die stärkere Weiße Armee des Generals Pawel Michailowitsch Bermondt-Awaloff am Sudrabkalniņš (Silberberg). An diese Schlacht erinnert ein Denkmal, das sich ein wenig versteckt unweit des RIMI Supermarktes in Imanta in der Slokas iela befindet. Das Denkmal wurde von Kārļis Zāle entworfen, der auch das Nationaldenkmal mit der Milda am Rande der Altstadt erschaffen hat.

Zolitūde war dagegen am 21. November 2013 der Ort der größten zivilen Tragödie in der Geschichte Lettlands nach dem Zweiten Weltkrieg. An diesem Tag stürzte um 17:41 Uhr Ortszeit – zur Haupteinkaufszeit – ein Supermarkt der MAXIMA Gruppe auf Grund einer einer nachweislich unzureichend bemessenen Statik des Tragwerkes der Dachkonstruktion ein. Dadurch verloren 54 Menschen, unter ihnen drei Feuerwehrleute bei den Rettungsmaßnahmen, ihr Leben und weitere 49 wurden verletzt. An diesem Tag gab es nicht einmal Schneefall. Ursache des Zusammensturzes war die Begrünung des Daches. Der Supermarkt wurde erst 2011 eröffnet. Bauherr und Eigentümer des Gebäudes war eine Holding aus Kanada.

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Bild: Die modernen Wohnbauten "SOLARIS" im Stadtteil Imanta von Rīga wurden zwischen 2004 und 2006 errichtet.

Bild: Die modernen Wohnbauten „SOLARIS“ im Stadtteil Imanta von Rīga wurden zwischen 2004 und 2006 errichtet.

 

Bild: Wohnpark "METROPOLIA" im Stadtteil Imanta von Rīga. Die Häuser wurden zwischen 2004 und 2009 am Anniņmuižas bulvāris errichtet.

Bild: Wohnpark „METROPOLIA“ im Stadtteil Imanta von Rīga. Die Häuser wurden zwischen 2004 und 2009 am Anniņmuižas bulvāris errichtet.

 

Bild: Der Wohnpark "METROPOLIA" im Stadtteil Imanta von Rīga aus einer anderen Richtung.

Bild: Der Wohnpark „METROPOLIA“ im Stadtteil Imanta von Rīga aus einer anderen Richtung.

 

Bild: Filiale der Rīgas Stradiņa universitāte - der Medizinischen Universität in Rīga im Stadtteil Imanta.

Bild: Filiale der Rīgas Stradiņa universitāte – der Medizinischen Universität in Rīga im Stadtteil Imanta.

 

Bild: In Imanta verteidigten die Soldaten des 6. Rīgaer Regimentes während des Lettischen Unabhängigkeitskrieges im Jahre 1919 die Stadt erfolgreich gegen die stärkere Weiße Armee des Generals Pawel Michailowitsch Bermondt-Awaloff am Sudrabkalniņš (Silberberg).

Bild: In Imanta verteidigten die Soldaten des 6. Rīgaer Regimentes während des Lettischen Unabhängigkeitskrieges im Jahre 1919 die Stadt erfolgreich gegen die stärkere Weiße Armee des Generals Pawel Michailowitsch Bermondt-Awaloff am Sudrabkalniņš (Silberberg).

 

Bild: Plattenbauten aus der Ära der sowjetischen Okkupation können zuweilen auch ein wenig romantisch wirken. Im Stadtteil Zolitūde in Rīga.

Bild: Plattenbauten aus der Ära der sowjetischen Okkupation können zuweilen auch ein wenig romantisch wirken. Im Stadtteil Zolitūde in Rīga.

 

Bild: Im Stadtteil Zolitūde in Rīga wohnen heute etwa 20.000 Menschen. Bis 1984 war hier vorwiegend Ödland oder karge Felder. Die gezeigten Plattenbauten sind bis 1991 entstanden. Danach hat man die Bautätigkeit vorübergehend einsgestellt.

Bild: Im Stadtteil Zolitūde in Rīga wohnen heute etwa 20.000 Menschen. Bis 1984 war hier vorwiegend Ödland oder karge Felder. Die gezeigten Plattenbauten sind bis 1991 entstanden. Danach hat man die Bautätigkeit vorübergehend einsgestellt.

 

Bild: Der Stadtteil Zolitūde in Rīga. An dieser Stelle kam es am Abend des 21. November 2013 zum Einsturz der Dachkonstruktion eines großen Supermarktes. Dabei verloren 54 Menschen ihr Leben.

Bild: Der Stadtteil Zolitūde in Rīga. An dieser Stelle kam es am Abend des 21. November 2013 zum Einsturz der Dachkonstruktion eines großen Supermarktes. Dabei verloren 54 Menschen ihr Leben.

 

Bild: An den Einsturz der Dachkonstruktion eines Supermarktes im Stadtteil Zolitūde mit zahlreichen Toten erinnert dieser vorerst provisorisch errichtete Gedenkstein.

Bild: An den Einsturz der Dachkonstruktion eines Supermarktes im Stadtteil Zolitūde mit zahlreichen Toten erinnert dieser vorerst provisorisch errichtete Gedenkstein.

 

Bild: Auch im Stadtteil Zolitūde in Rīga wurden in den letzten Jahren moderne Apartmenthäuser gebaut. Diese stehen aber am Rande der Siedlung.

Bild: Auch im Stadtteil Zolitūde in Rīga wurden in den letzten Jahren moderne Apartmenthäuser gebaut. Diese stehen aber am Rande der Siedlung.

 

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